Transillumination auf der neonatalen Intensivstation
Vergessene Möglichkeiten einer altbewährten Methode?
Müller-Hansen I*, Stihler A+

*Abt. für Neonatologie der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Tübingen
+ Fa. Stihler Electronic, Stuttgart

Hintergrund
Die Methode der Transillumination (TI) oder Diaphanoskopie in der Pädiatrie wurde erstmals in den 60iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts zur Diagnostik des Hydrozephalus beschrieben. In den folgenden Jahrzehnten kam die Methode zum raschen Nachweis von Pneumothorax und Pneumoperitoneum und zur Diagnostik der Hydrozele in der Neonatalperiode zum Einsatz. 1975 beschrieben Kuhn et al erstmals die Vorteile der TI bei der Venensuche. Dann folgten Evaluationen im Zusammenhang mit arteriellen Punktionen. Der Einsatz von taschenlampenähnlichen Geräten (Otoskopen etc.) wurde durch Kaltlichtgeräte mit fiberoptischer Weiterleitung des Lichtes ergänzt. In letzter Zeit ist die Leuchtdiodentechnik hinzugekommen.

Ergebnisse
Ergebnisse Wir stellen hier erstmals ein aus unseren Erfahrungen entwickeltes neues Gerät ASTODIA (Fa. Stihler Electronic, Stuttgart; www.stihlerelectronic.de) vor. Es bietet zwei anwählbare, dimmfähige verschiedenfarbige Hochleistungsleuchtdioden (rot oder gelb). Es ist zudem klein, leicht transportabel, wiederaufladbar, gut zu desinfizieren und eignet sich, wenn es steril verpackt ist auch für Proceduren wie zur Anlage von zentralen Kathetern. Kutane Wärmemessungen unter TI und der klinische Umgang erbrachten keine Hinweise auf eine thermische Belastung, da bei gewählter hoher Lichtintensität eine Sicherheitsschaltung die Anwendung je nach gewählter Stufe zeitlich begrenzt und reduziert.
Kriterien:Bewertung:
Winkeloptikja
Leuchtkraft+++ (rot o. gelb)
Dimmfähigkeitja
Größe
L x B x H (cm)
klein
6,8 x 1,6 x 1,0
Desinfektion+++
EnergiequelleAkku

Schlussfolgerung
Durch die bessere Applikation des neuen Gerätes zusammen mit einer entsprechenden Schulung könnte die TI als routinemäßige Methode wesentlich häufiger als bisher auf neonatalen Intensivstationen eingesetzt werden. Besonders bei den schwierigen Gefäßverhältnissen der sehr kleinen Frühgeborenen wäre es ein Beitrag zur schonenden Behandlung.